surferspot.de

dein Blog für das einzigartige Lebensgefühl

ID-10015185

Musik war schon immer ein bedeutender Teil der Surf-Kultur. Seit den 1960er Jahren sind das Surfen und die passende Musik dazu fast untrennbar miteinander verbunden. Dabei gibt es keine grundlegenden Richtlinien welche Musik als „Surf“-Musik gilt und welche nicht, es kommt schlicht und ergreifend auf die Atmosphäre an. Ein gewisses Freiheitsgefühl, eine thematische Nähe zum Sport und eine positive Grundstimmung sind allerdings Zutaten, die fast jegliche Surf-Musik verbindet. Dabei kann sie stilistisch sowohl der Pop-, der Rock-, der Folk- oder der Punk-Musik nahe stehen. Für alle Genres gibt es Vertreter, die der Surf-Attitüde nahe stehen.

DE2_468x60

Noch bevor die Beach Boys mit ihrem mehrstimmigen Surf-Pop die Charts stürmten, gab es zu Anfang der 60er Jahre verschiedene Interpreten, die eigentlich instrumentalen Rock’n’Roll spielten, durch ihre Verbindung zur Surf-Kultur aber als die Vorreiter der Surf-Musik galten. Da wären bspw. Link Wray, The Ventures oder The Bel-Airs, die nennenswerte Erfolge mit ihrem frischen Sound feiern konnten. Nachdem die Beach Boys 1961 mit dem Song „Surfin‘“ in die „Hot 100“ einziehen konnten, etablierte sich der Surf-Sound in den amerikanischen Charts. Obwohl keiner der Beach Boys tatsächlich surfen konnte, schrieben sie zahlreiche Surf-Hymnen, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen, z.B. „Surfin‘ U.S.A“. Natürlich folgten auf den Erfolg der Band verschiedene Bands, die mit einem ähnlichen Sound versuchten, an den Erfolg der Surf-Pioniere anzuknüpfen. Darunter bspw. The Chantays oder die Surfaris, die sich mit dem Song „Wipe Out“ unsterblich machten. Nachdem Surf-Musik anfänglich vornehmlich ein Phänomen aus Orange County, Kalifornien zu sein schien, schossen Surf-Bands in der ganzen Welt aus dem Boden. Man vermischte den instrumentalen Surf-Rock-Sound mit den Harmonien des Vocal-Pop, der fröhlichen Gelassenheit des Doo-Wop und schuf so, in Verbindung mit auf das Surfen bezogenen Lyrics, ein neues Genre.

So schnell der Hype gekommen war, so schnell verschwand er Mitte der 60er Jahre auch wieder. Durch die „British Invasion“ angeführt von den Beatles, wurde Surf-Pop/Rock wieder abgelöst. Zwar veröffentlichten auch die Beatles einige Songs, die von dem typischen Surf-Stil  inspiriert wurden, doch durch die erfolgreiche Integration von Folk-, Blues- und Psychedelic-Rock in die Popkultur, lies das Interesse an Surf-Musik zunehmend nach.

In den folgenden Jahren war Surf-Musik also eher eine Randerscheinung und hauptsächlich in der Surf-Szene selbst erfolgreich. Dennoch zeigten sich einige Musiker auch weiterhin von der Surf-Musik beeinflusst. Im Punk-Bereich waren es die Dead Kennedys, die immer wieder Komponenten aus der Surf-Musik in ihre Songs einbauten, die Indie-Rocker von den Pixies taten es ihnen gleich und Tito and Tarantula verband Stoner-Rock, mit exotischen Klängen und Elementen aus dem Surf-Rock zu einer erfolgreichen Mischung.

Ein Mainstream-Comeback wurde aber Mitte der 90er gefeiert, ausgelöst durch den Film „Pulp Fiction“, dessen Soundtrack den Surf-Klassiker „Misirlou“ von Dick Dale beinhaltete. Und auch in den 2000er Jahren gab es immer wieder Künstler, die nicht nur erfolgreiche Surfer sind oder waren, sondern dieses Lebensgefühl auch über die Musik zu transportieren vermochten. Aushängeschild dieser Bewegung war sicherlich Jack Johnson, der mit seinen entspannt-folkigen Alben den perfekten Soundtrack für sonnige Tage am Strand schuf und in dessen Fahrwasser weitere Künstler, wie bspw. Donavon Frankenreiter, Beachtung fanden.

Schreibe einen Kommentar