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Surfing erfreut sich als Freizeitsportart weltweit wachsender Beliebtheit und gerät so immer mehr in den Fokus der Medien, doch auch als wettkampforientierter Leistungssport ist Surfing auf dem Vormarsch und sogar mittelfristig als olympische Sportart im Gespräch. Trotz dieser Entwicklung genießen die spektakulären Surfcontests noch lange nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gerecht würde, da die öffentliche Berichterstattung selten über die Präsentation der schönsten Tricks hinausgeht, obwohl zu einem erfolgreichen Wettbewerb im Surfing wesentlich mehr gehört als nur das.

ID-10012388Grundsätzlich geht es in einem Surfcontest darum die Fähigkeiten mehrerer Surfer auf Wettkampfbasis zu vergleichen und somit einen Wettbewerb zu kreieren. Hierzu treten bis zu sechs Surfer innerhalb einer festgelegten Zeitspanne gleichzeitig gegeneinander an und sammeln Punkte, die von einer Jury aus fünf Kampfrichtern, den so genannten Judges, vergeben werden. Innerhalb dieser Zeit darf eine bestimmte Anzahl an Wellen gefahren werden, von denen meist die besten fünf Ritte in die Auswertung gelangen und somit eine Rangfolge der Teilnehmer bilden. Große Wettbewerbe mit mehr als sechs Teilnehmern verlaufen nach dem KO-System, sodass jeweils die Besten Teilnehmer einer Gruppe in die nächste Runde einziehen und sich dort mit anderen Gruppenbesten messen, bis es zu einem Finale der letzten verbliebenen Teilnehmer kommt.

 

Die großen Wettkämpfe haben mittlerweile ein solchen Maß an Professionalität erreicht, dass ein präzises Regelwerk benötigt wird, welches erstmals von der European Surfing Federation verabschiedet wurde und seitdem weltweit übereinstimmend genutzt wird.
Dieses regelt neben den verschiedenen Klassen und den Vorgaben für die Bewertungen, das Judging, natürlich auch das Verhalten der Wettkampfteilnehmer während eines Wettbewerbes.
Besonders wichtig sind hierbei die Vorfahrtsregeln, die zum einen den Surfer mit der besseren Wellenauswahl belohnen, zum anderen aber vor allem die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten sollen. Grundsätzlich gilt in diesem Zusammenhang „Eine Welle – Ein Surfer“, wobei die Welle demjenigen zusteht, der sich näher am Brechungspunkt der Welle befindet. Diese Regelungen erstrecken sich bis ins Detail, sodass sogar das Verhalten der Surfer während der Paddelphase streng reglementiert ist, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Verstöße gegen die Regeln werden zunächst durch einen Mehrheitsbeschluss der Judges festgestellt und bei schwerwiegendem Fehlverhalten im Bereich der Vorfahrtsregeln mit einer faktischen Disqualifikation in Form eines vollen Punktabzuges für die fragliche Fahrt geahndet.

Neben den nationalen Meisterschaften, die in Deutschland jährlich vom Deutschen Wellenreit Verband ausgetragen werden, bestimmen die großen internationalen Turniere, allen voran die Kontinental- und Weltmeisterschaften das Bild des wettkampforientierten Wellenreitens. Allerdings ist es schwer die eine Weltmeisterschaft auszumachen, da mehrere renommierte Wettkämpfe und sogar verschiedene Verbände um den Ruf des wichtigsten Turniers wetteifern und die verschiedenen Surfarten zusätzlich nicht unter einem großen Dachverband geordnet sind. So veranstaltet beispielsweise die Professional Windsurfers Association mit der PWA World Windsurfing Tour ebenso wie die International Surfing Association mit ihrem ISA World Masters Surfing Championchip eigene Weltmeisterschaften, die von unabhängigen Turnieren, wie dem in der Karibik stattfindendem Masters of the Ocean, ergänzt werden.
Allerdings kann es dem Surfsport so nicht passieren, wie andere Sportarten in starre und verrostete Muster zu verfallen, die sich nur noch auf bestimmte, regelmäßige Turniere konzentrieren. Stattdessen behält das Surfing trotz steigender Professionalität irgendwie auch im Wettbewerb seiner gewohnte Lockerheit und Coolnes.

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